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Das Edelgeschlecht der St. Mariaekirchen ist urkundlich bereits im Jahre 1130 erwähnt. 1550 erbautendie damaligen Besitzer Georg von Closen und Barbara von Nothaft das Wasserschloss in seiner heutigen Form. Davon zeugt das in Stein gefasste Renaissanceportal im Innenhof des Schlosses mit dem Ehewappen Closen-Nothaft.
Ab 1848 war das Schloss im Besitz der Grafen von Deym.
Im Jahr 2002 erwarb die Lindner AG, Arnstorf das Wasserschloss. Die Schlossanlage wurde umfassend renoviert und das Schloss wieder zu neuem Leben erweckt. Es dient heute als Schulungszentrum und als Austragungsort für kulturelle Veranstaltungen. Im Rahmen der Europäischen Wochen finden im Schlossinnenhof, bei schlechtem Wetter im neu gestalteten Festsaal, Konzerte statt.
Die Anlage des Mittelalters war eine Wasserburg mit einem doppelten Wassergraben. Ein im Laufe der Jahrzehnte verschütteter Wassergraben wurde wieder durch eine neue Brücke freigelegt. Der zweite Wassergraben ist noch auf drei Seiten vorhanden.
Wie auch andere Schlösser im Landkreis Rottal-Inn wurde auch dieses Schloss in der Festungsbauweise erstellt. Der rechteckige und vierflügelige Bau ist architektonisch ein bedeutendes Denkmal der von der Renaissance beeinflussten Baukunst des Rottals.
Die geschlossene vierflügelige Anlage zu der nur die Brücke über den Schloss umkreisenden Wassergraben führt, mit dreigeschossigen Trakten, imposantem Hauptturm und vier kleineren Ecktürmen hat stark mittelalterlichen, wehrhaften Charakter.
Die hohen Fenster und die Tatsache, dass gleich dahinter die Wohnräume liegen, bezeugen jedoch nicht die Absicht sich einer kriegerischen Aktion hinzugeben, denn durch diese Anordnung wären sie den Angreifern hilflos ausgeliefert gewesen. Des Weiteren spricht die Lage im Ortskern gegen einen Befestigungswall, der wahrscheinlich noch am ersten Tag gefallen wäre. Die Zinnen am oberen Verlauf der Außenmauern, die erst nach dem Brand 1842 hinzugefügt wurden, dienten nur der Zierde, da dahinter kein Platz für Artillerie gewesen wäre.
Der barocke Brunnen, der wieder Wasser speit, beherrscht den prächtigen Renaissance-Innenhof, den man durch das Hauptportal betritt. Nord- und Südflügel des Hofes weisen einfache Stichbogenarkaden auf.
Die Räume im Erdgeschoss mit ihren 1,5 Meter dicken Mauern haben schöne Kreuzgewölbe. Drei breite Treppenaufgänge führen in die oberen Stockwerke. Die Oberlichten der Treppenaufgänge zeigen schmiedeeiserne Verzierungen mit der Jahreszahl 1589. Das gesamte Mobiliar wurde im Frühjahr 2002 vor dem Erwerb durch die Lindner AG versteigert. Die Kapelle auf der Südseite im ersten Obergeschoss ist der einzige Raum des Schlosses, dessen Ausstattung noch vorhanden ist. Auf dem ganzflächigen Deckenbild, auf Leinwand gemalt, sind neben den vier damals bekannten Erdteilen die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde dargestellt; in der Mitte des Altars befindet sich eine Nachbildung der Altöttinger Madonna.
Die vier Räume im zweiten Obergeschoss der Ostseite haben noch die Kassettendecken im Stil des Historismus (Mitte 19. Jh.). Im Zuge der Renovierung konnte in zwei Räumen die ursprünglichen Malerei aufwendig restauriert werden, zwei Räume wurden von dem Düsseldorfer Künstler Horst Keining sehr modern mit Graffitimalerei gestaltet.
Um das Schloss herum wurde im 12 Jhd. auch Mariakirchen, mit ursprünglichem Namen Sankt Marienkirchen gegründet.

Altes Gemälde der damaligen Anlage "Schloss Mariakirchen"